Robert Finster fordert faire Berichterstattung

22. März 2021

Stellungnahme Robert Finsters zur Berichterstattung über Klima- und Umweltausschuss

„Ein guter Journalist macht sich mit keiner Sache gemein, auch nicht mit einer guten“ – dieses Credo der Tagesthemen-Legende Hanns Joachim Friedrichs kam mir beim Lesen der Berichterstattung über die Sitzung des Klima- und Umweltausschuss vom 15.03.21 in den Sinn.
Frau Faiss berichtet vollkommen richtig und mit Blick auf die bisher eher dürftige Berichterstattung ihrer Redaktion aus dem Umweltausschuss sehr ausführlich über die drei Anträge der Grünen Kreistagsfraktion zum Klimaschutz und der Grüngutverwertung der CSU Fraktion. Im Hinblick auf die Aktualität und Wichtigkeit eines Klima- und Umweltschutz durch sinnvolle Maßnahmen der Landkreisverwaltung, die sich aus dem Ersetzen von vertrockneten Bäumen und Pflanzen ergeben, durchaus nachvollziehbar. Mit der Überschrift des Artikels „Keine Kreisallee im Landkreis“ überhöht sie das Anliegen der Grünen jedoch erheblich. Alle Mitglieder des Ausschusses sprachen sich gegen dieses Ansinnen aus. Ein Ablehnung war nicht mehr notwendig, da Herr Sanzenbacher den Antrag zurückgenommen hat. Ist Frau Faiss wohl entgangen. Kann ja auch mal passieren.

Warum frage ich , wie stehen Journalisten, wie steht ihre Redaktion, wie steht Frau Faiss zum Thema Objektivität? Nun das liegt in der Tatsache, dass Frau Faiss den Antrag der SPD Kreistagsfraktion zur „Intensivierung der Klimaberatung privater Haushalte im Landkreis Kitzingen“ in Ihrem sonst sehr ausführlichen Bericht über den Umwelt- und Klimaausschuss weder erwähnte noch darüber berichtete. Kann es sein, dass in der Wahrnehmung von Frau Faiss nur Anträge der Grünen zum Klimaschutz erwähnenswert sind? Wobei ich schon anmerken darf, dass die SPD in den letzten Jahren mit ihren Anträgen zum Klimaschutzkonzept, Natur- und Umweltschutz, Artenschutz usw. die sämtliche auch ihre Mehrheit gefunden haben, wesentlich zur anerkannt guten Klimapolitik des Landkreises beigetragen haben. Auch die Schaffung einer Planstelle für das Klimamanagement geht auf einen Antrag der SPD zurück. Möchte gar nicht wissen, wie die Berichterstattung hier gewesen wäre, wenn die Grünen oder andere Fraktionen solche wegweisende Anträge gestellt hätten.

Journalistinnen und Journalisten sind, wie alle anderen Menschen auch, durch ihre Erfahrungen, ihre politische Gesinnung, ihre Bildung, Herkunft, Geschlecht und andere Faktoren geprägt und nehmen die Realität dementsprechend wahr. Freimachen von dieser individuellen Brille kann sich niemand komplett, weder die Journalistin noch der Blogger, die Youtuberin, der Bürgermeister, der Bäcker und die Sprechstundenhilfe.
Anders aber als in der Bäckerei taucht im journalistischen Arbeiten Tag für Tag die Frage nach einer möglichst realitätsnahen Vermittlung von Ereignissen auf, beispielsweise: Wird die Wirklichkeit dargestellt, wenn Journalisten z.B. auf die Übermittlung einer Nachricht, in diesem Fall einem Antrag, willkürlich verzichten? Im Hinblick auf mein Anliegen bitte ich sie, sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion Main – POST und Die Kitzinger um ein wenig mehr Objektivität bei ihrer Berichterstattung. Ich darf hier auf die hier relevanten §§ 3 und 5 des Landespressegesetzes verweisen.
Als wichtig sehe ich hier für die Presse die Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht an. Diese setzt wahrheitsgemäße und unabhängige Berichterstattung voraus, welche wiederum nur durch saubere und objektive Berichte gewährleistet werden kann.

Ich bitte um eine zukünftige objektive aber auch faire Berichterstattung. Zum Verständnis habe ich unseren Antrag mit einem Anschreiben beigefügt.

Robert Finster
Fraktionsvorsitzender
SPD Kreistagsfraktion Kitzingen

Intensivierung Energieberatung privater Haushalte (PDF, 567 kB)

Pressemitteilung SPD-Kreistagsfraktion (PDF, 406 kB)

Teilen